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Bild: ©Brigitte und Hans-Dieter
„Hurra – Hurra – die Ferien sind da!“, haben wir vor einigen Wochen gerufen. Jetzt neigen sich die Schulferien dem Ende entgegen. Die meisten Schüler mussten sich schon von den Sommerferien verabschieden. Einige wenige genießen noch letzte Ferientage. In diesem Jahr werden wieder zwei von unseren sechs Enkeln eingeschult. Eine Einschulung in Niedersachsen haben wir schon gefeiert, die zweite in Bayern steht noch aus. Es ist eine Freude zu sehen, wie die Kinder sich auf diesen neuen Lebensabschnitt freuen, wenn auch einige Fragezeichen im Hinterkopf diesen großen Schritt begleiten. Stolz werden die Schulranzen präsentiert und sie können kaum abwarten, dass es endlich losgeht. Grund genug, sich mal über das Lernen ein paar Gedanken zu machen.
„Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir!“. Diesen Satz hat sicher jeder von uns schon mal gehört. Lernen wird im Allgemeinen mit einer Schule in Verbindung gebracht. Grundschule, Oberschule, Berufsschule, Fachschule. Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Doch das Lernen findet nicht nur in der Schule statt. Es beginnt mit dem ersten Tag unseres Lebens und endet im optimalen Fall mit unserem letzten Tag. Oder wie die Oma von Hans-Dieter es immer ausdrückte: „Du wirst so alt wie eine Kuh und lernst doch täglich was dazu.“ Hans-Dieter und ich haben uns darüber ausgetauscht, was wir alles voneinander gelernt haben im Laufe von Jahrzehnten. Oder was wir nur gelernt haben, weil es uns als Paar gibt. Da ist eine Menge zusammengekommen.
Vieles, was wir heute können, verdanken wir dem Umstand, dass wir zusammen sind. Ich hätte mich niemals so viel mit Technik, Physik und der Frage, wo unser Strom herkommt, wenn nicht aus der Steckdose, auseinandergesetzt, wenn ich nicht einen Elektro-Ingenieur zum Mann hätte. Und bedingt durch seine Krankheit, kann ich heute sogar Steckdosen anschließen, weil er es nicht mehr kann. Hans-Dieter hat gelernt, dass Gefühle zum Leben dazugehören und nicht eingeschlossen werden dürfen, sondern am meisten bewirken können, wenn man sie ausdrückt. Er hat sich halt mit einer Frau verbunden, der das menschliche Miteinander und die Gefühlswelt sehr nahe sind. Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Auch hier könnten wir die Aufzählung endlos weiterführen. Dann gibt es noch die vielen Themen, mit denen wir uns auseinandergesetzt haben, weil wir eine Ehe führen. Einzelpersonen haben diese Themen gar nicht. Das Lernspektrum umfasst das ganze Leben.
Wir möchten euch einladen, euch Gedanken dazu zu machen, was ihr gelernt habt, weil ihr mit eurem Partner / eurer Partnerin zusammen seid und was euch vielleicht nur interessiert hat, weil er oder sie da ist. Dabei schlagen wir euch folgende Dialogfragen vor:
- Was habe ich lernen können, weil du da bist? Wfim, wenn ich darüber nachdenke, dass ich das ohne dich vielleicht niemals in Betracht gezogen hätte?
- Welche Lernerfahrung haben wir gemeinsam als Paar gemacht, die wir alleine nicht hätten machen können? Wfim, wenn ich dir davon schreibe?
- Was möchte ich noch lernen, wenn ich auf unser weiteres Leben schaue? Wie geht es mir mit meinen Gedanken und wfim, wenn ich dir etwas davon mitteile?
Viel Spaß beim Austausch und liebe Grüße von Brigitte und Hans-Dieter |