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Bild: © Brigitte & Hans-Dieter
Der November ist wieder da und mit ihm auch die entsprechenden Gefühle, die dieser Monat und diese Jahreszeit in uns auslösen. Das soll wohl auch so sein, denn entsprechend den Jahresenergien hat der vorletzte Monat des Jahres, der mit dem Tierkreiszeichen Skorpion verbunden ist, die Eigenschaft uns in unser Inneres zu führen und uns mit Themen zu beschäftigen, die wir normalerweise nicht fühlen wollen.
In der hellen Jahreszeit ist es leichter, sich diesen oft mulmigen Gefühlen zu entziehen und sich abzulenken. Wenn es aber dunkler wird im Außen und das Licht sich zurückzieht, dann kommen sie an die Oberfläche und möchten gesehen und gefühlt werden.
In meiner therapeutischen Arbeit hatte ich (Brigitte) im Monat November immer die meisten Termine, weil die Menschen an ihre Ängste und an die Themen, die noch nicht geklärt waren, erinnert wurden.
Nicht umsonst gibt es im Spätherbst die Tage, die an unsere Verstorbenen, an die Heiligen und an Gespenster erinnern. Nicht um uns zu ängstigen, sondern um uns mit diesen Themen zu beschäftigen und sie in den Blick zu nehmen und ins rechte Licht zu rücken.
Viele nennen den Monat November den Totenmonat. Wir haben ihn schon vor langer Zeit in Kerzenmonat umbenannt. Dazu hatten wir auch schon mal einen Impuls geschrieben. Nicht, weil wir uns nicht mit dem Tod beschäftigen wollen, sondern weil wir die Kerze als Symbol sowohl für das innere Licht als auch für das Licht, das Symbol für Gott ist, der in uns leuchtet, ansehen. Die Verbindung zu unserer Quelle – wir nennen diese Quelle Gott, jemand anderes hat vielleicht einen anderen Namen dafür – ist das Einzige, das dieses Leben überdauern wird. Wir finden es tröstlich, wenn wir uns das bewusst machen und zünden deshalb gerne eine Kerze an. Nicht nur im November.
In diesen Tagen denken wir viel an unsere Familienmitglieder, die den Weg zurück nach Hause schon gegangen sind und uns hier in unserem Leben zunächst einmal zurückgelassen haben. Wehmütig erzählen wir von Familientreffen, die es in dieser Form nicht mehr gibt und schmunzelnd erzählen wir uns von Anekdoten, die die Jahrzehnte überdauert haben, weil sie einfach so einmalige Geschichten sind, die unsere Familie ausmachen.
Wenn wir in unserem neuen Zuhause zur Gräbersegnung gehen, dann sind die Gräber unserer lieben Verstorbenen nicht in unserer neuen Heimat. Aber die Essenz, die diese Menschen ausmachte, die geht mit uns und begleitet uns, egal wo wir auch hingehen. Es tröstet und stärkt uns die Vorstellung, dass wir – wenn wir irgendwann auch über die Brücke nach Hause gehen – auf der anderen Seite alle diejenigen uns begrüßen und empfangen werden, die uns in diesem Leben etwas bedeutet haben.
Wir laden euch ein, euch auf einen der folgenden Dialoge einzulassen:
- Gibt es so etwas wie ein Novembergefühl bei mir? Was möchte ich dir davon mitteilen?
Wie fühle ich mich dabei?
- Habe ich mich schon mit dem Thema Tod auseinandergesetzt? Welche Ängste habe ich diesbezüglich und welche Gefühle kommen in mir auf, wenn ich darüber schreibe?
- Ich zünde eine Kerze an. Welche Bedeutung hat das für mich? Wfim wenn ich darüber nachdenke?
Mit einem lieben Novembergruß von Brigitte und Hans-Dieter |