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Foto: © Paul Birsens
Die Weihnachtstage sind vorüber. Es ist ein Fest, das gerne zusammen mit der Familie gefeiert wird, egal wie eng oder locker die Kontakte in der Familie sind.
Und nun, nach diesen Feiertagen im Kreis der Familie, wird heute in der Kirche das Fest der Heiligen Familie gefeiert.
„Heilige Familie“ – da regt sich doch ganz schnell Widerstand. Wer lebt schon in einer heiligen, einer heilen Familie? Gerade an Weihnachten werden oft die Risse in einer Familie deutlich: egal ob es um Zerwürfnisse geht oder darum, ob eine oder einer fehlt.
Bei uns fehlt in diesem Jahr meine Mutter, die im Pflegeheim ist und deshalb zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten nicht mit uns feiert. In anderen Familien fehlt ein Partner, ein Kind, eine Freundin…
Und jede Familie hat ihre eigenen Schwierigkeiten und Herausforderungen zu bewältigen: Lebensumstände ändern sich, aus Paaren werden Eltern, Eltern freuen sich, Großeltern zu werden, es gibt ungewollte neue Herausforderungen im Beruf. In Familie leben bedeutet auch immer sich all diesen Herausforderungen zu stellen und sie im besten Fall gemeinsam zu meistern.
Und da ist es schön, nach Weihnachten noch einmal den Blick auf die Familie von Jesus zu richten.
Dieser Familie fehlte es auch nicht an Herausforderungen: eine ungeplante Schwangerschaft und die Herausforderung an Josef, Gott und seiner Verlobten zu vertrauen. Eine Geburt, unterwegs, nicht in der Heimat, nicht im eigenen Zuhause, sondern in einem Provisorium. Die ersten Jahre als junge Familie im fremden Land, in Unsicherheit und Sorge. Und dann dieses Kind, das so gar nicht den normalen Lebensweg einschlägt: Handwerk lernen, Familie gründen, sondern ein Wanderprediger mit einem besonderen Anspruch wird.
Wenn wir uns die Lebensgeschichte der sogenannten heiligen Familie anschauen, entdecken wir darin auch unsere eigenen Lebensthemen.
Mich berührt es immer wieder, wenn es heißt, dass Maria all das in ihrem Herzen bewahrte und Josef seine Träume ernst nimmt. Maria und Josef sind „einfache Leute“, so wie wir. Was sie auszeichnet ist, dass sie ihr Leben und ihre Erfahrungen im Zusammenhang der großen Geschichte Gottes mit den Menschen verstehen. Ihre Entscheidungen haben Bedeutung und Konsequenzen. Und sie treffen ihre Entscheidungen nicht aus einem Impuls, einer Laune heraus, nein, sie nehmen sie mit ins Gebet, in den Schlaf mit ihren Träumen, in die Reflexion. Und damit in den Dialog mit Gott, aber sicherlich auch miteinander.
Das tun wir auch: die Familie mit ins Gebet nehmen, besonders in unser persönliches Gebet und versuchen, miteinander im Gespräch zu bleiben über das, was uns in der Familie bewegt, was uns in Blick auf unsere Eltern, unsere Kinder bewegt.
Und das führt uns immer wieder zu der Erfahrung, wie gut das tut, nicht allein zu sein mit der Sorge, auch mit der Freude und uns gemeinsam auf dem Weg zu wissen. Das macht es dann auch so schön, an den Feiertagen zusammen zu sein -selbst wenn es manchmal anstrengend ist.
Wir schlagen Euch als Dialogfrage vor:
Wenn ich an unsere Kinder / unsere Eltern denke: Welche Gedanken, welche Gefühle sind in mir? Wie fühle ich mich, wenn ich Dir davon erzähle?
Wir wünschen Euch noch eine gesegnete Weihnachtszeit und grüßen Euch mit einem herzlichen Shalom Marianne und Paul
Zur Anregung die Texte vom Sonntag, besonders Jesus Sirach und das Evangelium https://schott.erzabtei-beuron.de/weihnachtszeit/heilige_familieA.htm?datum=2025-12-28&r=1
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