Marriage Encounter Deutschland und Schweiz Liebt einander, wie ich euch geliebt habe - Joh 13, 34

Donnerstag, 25. Februar 2021

Wir wünschen Euch ein gutes Miteinander und
Zeit für die Fragen am Morgen:

Guten Morgen! :-)
Wie hast Du geschlafen?

Was klingt von gestern noch bei Dir nach?
Wie geht es Dir heute morgen?

7 Wochen ohne – 7 Wochen mit

Foto: Ursula Krupp

„Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche, ein Tag, an dem sich der Mensch demütigt: wenn man den Kopf hängen lässt wie eine Binse, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem HERRN gefällt? Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen?“  
Jes 58, 5+6

Seit über 30 Jahren lädt die Aktion „7 Wochen ohne“ dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und anders zu gestalten. 7 Wochen lang sollen wir die Alltagsroutine durchbrechen und eine neue Perspektive einnehmen. Das hilft uns zu entdecken, worauf es wirklich ankommt.

Von Kind an bin ich, Friedhelm, daran gewöhnt gewesen, dabei zuerst an Verzicht zu denken. Spätestens in diesem Jahr stellt sich aber die Frage: Wenn wir schon sowieso auf so vieles verzichten müssen, worauf soll ich dann noch verzichten? Der Verzicht ist ja kein Selbstzweck, sondern soll mich frei machen, Gewohnheiten zu überprüfen und zu verändern. Er soll mich anstoßen, zu mir selber zu finden; mich lehren, besser mit mir selbst und mit den Mitmenschen umzugehen.

Die 7 Wochen ohne das tägliche Viertele Wein am Abend tun mir zwar gut, sind aber kein Selbstzweck. Sie sollen ja „7 Wochen mit“ eröffnen: 7 Wochen mit mehr Achtsamkeit, mehr Freundlichkeit, mehr Aufmerksamkeit auf Ursula und ihre Bedürfnisse. Sie lenken den Blick von mir zum anderen – und zu Gott. Mein Verzicht ist dann kein Verlust, sondern ein Gewinn. Vieles lassen und loslassen hilft mir, Freiheit zu gewinnen.

Freiheit ist eine Frage des Seins und nicht des Besitzens. Das Wort Verzicht löst in mir, Ursula, zurzeit heftige Abwehr aus. Nicht nur die pandemiebedingten Einschränkungen engen mich ein, auch wegen meiner vielen körperlichen Einschränkungen muss ich auf vieles verzichten. So stellt sich mir die Frage, wie ich die Fastenzeit denn bewusst gestalten kann.

Zurzeit erlebe ich meinen Alltag wie einen Gang durch trockene und steinige Wüste. Erfahrungen in einigen Wüsten haben mir aber auch die positiven Seiten der Wüste gezeigt: Orte, an denen ich den Ballast meiner Seele ablegen kann und dadurch freiwerde, um Gott näher zu kommen. Nicht umsonst erzählt die Bibel immer wieder von Gottesbegegnungen in der Wüste.

Wie aber kann ich im Alltag so eine positive Wüstenerfahrung machen? Für mich ist es eine Herausforderung, meine Angst und mein Kreisen um die durch die vielen Einschränkungen verlorene Zeit abzulegen und meine Gedanken auf positive Zeichen in meinem Leben zu lenken, z.B. Friedhelm zeigen, dass ich mich über seine liebevollen Zeichen der Zuwendung und Aufmerksamkeit freue.

Ich habe mich auch entschieden, mich nicht von den körperlichen Einschränkungen runterdrücken zu lassen und bedrückt durchs Leben zu laufen, sondern sie anzunehmen, die Ängste loszulassen, Gott zu vertrauen und so frei zu werden. Das gelingt mir am besten, wenn ich Friedhelm vertrauensvoll meine Gefühle der Angst und auch der Enttäuschung über mich selbst im Dialog mitteile. Vertrauen ist ein Türöffner zur Freiheit.

Letztlich kann uns nur Gott diese Freiheit schenken. Ich muss aber schon meinen Teil dazu beitragen, sie fällt mir nicht in den Schoß.

Zum Dialog schlagen wir vor:
Was möchte ich loslassen, um frei zu werden – und wozu möchte ich frei werden? Wfim wenn ich dir das mitteile?

Wir wünschen euch einen guten Austausch
Herzlich Schalom
Ursula & Friedhelm

Kontakt

Marriage Encounter Deutschland und Schweiz
Impressum/Datenschutz

Ändern des Abonnement    |    E-Mail online