Donnerstag – Leben in Fülle

 

Es ist bei uns üblich, dass wir in jedem Jahr unsere Osterkerze in und mit unserer Dialoggruppe gestalten. In diesem Jahr musste jedes Paar seine Kerze allein zu Hause fertigen. So hat jedes Paar seine Kerze fotografiert und den anderen zwei Paaren zugeschickt. Dann gab es am Karfreitag eine Telefonkonferenz, in der wir unsere Kerzen vorgestellt haben und uns gegenseitig Anteil gaben.

Auf unserer Kerze hatten wir in diesem Jahr kein Bildmotiv, sondern schlicht den Spruch –LEBEN IN FÜLLE-.

Leben in Fülle

Was hat uns da so kräftig angesprochen? Es ist ja eine Zusage des guten Hirten im Johannesevangelium (10,10).

Gerade erleben wir die verschiedensten Einschränkungen für unser tägliches Leben und für unser Miteinander. Besonders das Fehlen der unmittelbaren Kontakte zu Kindern, Enkeln, Freunden, Weggefährten in der ME-Gemeinschaft und der Ortsgemeinde macht uns traurig.

Es ist vieles weggefallen, Lärm, Hektik, überdrehte Geschwindigkeit, Atemlosigkeit. Geblieben ist eine ungewöhnliche Ruhe, an die wir uns erst gewöhnen mussten, die aber erstaunliches zu Tage fördert. Wir nehmen uns reichlich Zeit für unser Morgenritual, wir genießen Garten und Natur, wir haben unseren täglichen Dialog, wir nehmen Kontakte per Telefon auf mit Menschen, die dies überhaupt nicht erwarten, wir lesen in Büchern mit wertvollen Gedanken, auch in der Bibel.

Beim Überdenken unserer Lage merken wir, da haben wir zwar äußerlich weniger durch die verschiedenen Einschränkungen, aber nach innen erleben wir uns reich beschenkt. Da ist tatsächlich schon ein Stück –Leben in Fülle-. Unser Spruch auf der Osterkerze ist also nicht nur ein frommer Wunsch, sondern eine Verheißung, die bereits jetzt beginnt Wirklichkeit zu werden. Und diese Erfahrung macht uns froh und sehr dankbar. Ja, es ist österliche Freude!

Anregung zum Nachdenken/Austausch: Wo habe ich den letzten Tage –Leben in Fülle- erlebt? Wie fühle ich mich, wenn ich darüber nachdenke/schreibe?

Mit österlicher Freude grüßen Euch
Konstanze und Wieland