Donnerstag – Zuversicht

 

„Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen“, sagt Jesus
(Mt 6, 34).

Zuversicht

Oasentag in Leipzig – Mit der Gemeinschaft verbunden
Foto Rösner

Die Nachrichten überschlagen sich in diesen Tagen und was eben noch galt, ist schnell überholt. Wir erleben, dass das öffentliche Leben fast „lahmgelegt“ ist und in uns wächst die Unsicherheit, wie es weitergehen wird. Unser Lebensradius ist eingeschränkt, wir erfahren unsere Begrenztheit, machen unsere Erfahrungen mit Vielem, was auf einmal wegfällt. Aber was wir auch mit Freude erleben, es gibt ein Netzwerk von Verwandten und Freunden. Selbst Bekannte, die wir lange nicht mehr „auf unserem Schirm“ hatten, melden sich und geben uns das Gefühl nicht abgeschnitten zu sein. Das muntert auf und lässt uns auf bessere Tage hoffen.
Unser Tagesablauf ist anders geworden. Das ist auch eine Chance, unser Leben neu zu werten, aufmerksamer zu werden.

Dabei habe ich mich (Elisabeth) wieder auf diese Lebensregeln von Papst Johannes XXIII besonnen:

  1. Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.
  2. Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst.
  3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin – nicht für die andere, sondern auch für diese Welt.
  4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.
  5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.
  6. Nur für heute werde ich eine gute Tat verbringen, und ich werde es niemandem erzählen.
  7. Nur für heute werde ich etwas tun, für das ich keine Lust habe zu tun: sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.
  8. Nur für heute werde ich fest glauben, selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
  9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist – und ich werde an die Güte glauben.
  10. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen – und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.

Vorschläge für einen Dialog / einen Austausch:
Spricht mich eine dieser Lebensregeln an?  Wie fühle ich mich, wenn ich Dir dies schreibe?
Wie geht es mir, wenn ich mir vornehme für heute keine Angst zu haben / fest an die Führung Gottes zu glauben / wenn ich etwas bewusst tue, wozu ich keine Lust habe/……..?
Wie fühle ich mich, wenn ich Dir dies schreibe?

Ganz ohne Sorge für die Zukunft ist wohl niemand. Aber zu wissen: heute darf ich zuversichtlich sein, befreit mich von einer Last; zumindest für diesen Tag.

Das wünschen Euch
Elisabeth und Wolfgang aus Leipzig