Freitag – Wenn Zitronen zu Limonade werden

 

Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt, dann mach Limonade draus.

Wenn Zitronen zu Limonade werden

Unsere drei Kinder hat das Leben alle in andere Städte gelenkt, den einen wegen der Arbeit, die anderen aus Liebe. Das hat zur Folge, dass wir uns nicht so oft besuchen können und die Möglichkeit, sich in den Arm zu nehmen, sich auf die Besuche beschränkt, an denen wir uns persönlich treffen können. Seit Enkel da sind, ist es für uns nochmal so schwer.

In diesen schwierigen Zeiten mit den Besuchs-Beschränkungen haben wir einen Vorteil gegenüber denjenigen Großeltern, die ihre Enkelkinder regelmäßig sehen können und zum Teil sogar in die Betreuung eingebunden sind. Wir haben uns im Laufe der Zeit daran gewöhnen können – müssen – dass es halt nicht anders geht. Und so sind uns die kleinen Video-Sequenzen, in denen wir die Entwicklungsschritte unserer Enkel verfolgen können, ein ganz besonderer Schatz. Manche dieser kleinen Aufnahmen schauen wir uns immer wieder an und die Freude ist jedes Mal groß.

Unser ältester Enkel Lars ist jetzt schon sechs Jahre alt und er sitzt nun seit einiger Zeit mit seinem im Home-Office arbeitenden Vater den ganzen Tag zu Hause, während seine Mama als Erzieherin in der Kita auf Kinder aufpasst, deren Eltern systemrelevant sind. Nun wird auch Lars – so ganz ohne tägliche Ablenkung durch Kindergarten, Schwimmen, Klettern, Spielplatz, Freunde-Treffen – bewusst, dass seine Großeltern ohne Besuch zuhause sitzen müssen. Und so hat er beschlossen, seine verwaiste Oma regelmäßig mit Papas Handy anzurufen und mit ihr zu spielen. Zuletzt haben wir „gekniffelt“. Jeder vor dem Handy und mit seinem eigenen Würfelbecher. Lars hat natürlich gewonnen.

Auch unsere Kinder haben allgemein mehr das Bedürfnis, sich über Video-Telefonie bei uns zu melden. Die Möglichkeit, sich dabei auch sehen zu können, hat uns schon ein gemeinsames Frühstück mit der ganzen Familie beschert. Eine Idee, die wir vor der Corona-Zeit noch nicht hatten.

So haben wir das Gefühl, dass wir unseren Kindern und Enkeln in dieser verrückten Zeit näher sind als sonst. Das gemeinsame virtuelle Frühstück ab und zu werden wir auf jeden Fall beibehalten, auch wenn das Besuchsverbot wieder aufgehoben wird. Hier sind definitiv Zitronen zu Limonade geworden.

Das kann anregen zum Nachdenken oder zum Gespräch über folgende
Fragen:
Welche Zitrone ist für mich im Augenblick besonders bitter?
Wie könnte die Limonade aussehen, die ich daraus machen kann?
Wie fühle ich mich dabei, wenn ich dir das schreibe?“

Wir senden ganz liebe Grüße in alle Himmelsrichtungen
Brigitte und Hans-Dieter
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