Karsamstag

 

Heute ist Karsamstag.
Beim Blättern im Brevier – meinem Gebetbuch – bin ich hängengeblieben an folgenden Versen. Sie entstammen einem Lied, das König Hiskija verfasst hat, und sind im Jesjabuch überliefert:

Ich sagte: In der Mitte meiner Tage
muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt,
man raubt mir den Rest meiner Jahre.
Ich darf den Herr nicht mehr schauen im Land der Lebenden
Keinen Menschen mehr sehen bei den Bewohnern der Erde. (Jes 38,10f.)

Könnten so nicht auch jene Sklaven gebetet haben, die in Ägypten in Gefangenschaft gelebt haben und gestorben sind? Vielleicht haben sie sich gefühlt wie lebendig begraben, dazu verdammt zu leben fern aller Verheißungen wie in einer Unterwelt.

Morgenimpuls-Karsamstag Semit_Sklaven_in_Ägypten

Felsengrab in Beni Hassan in Mittelägypten. Zu sehen sind Semiten (links im Bild), die ihrem Herrn – er ist wesentlich größer dargestellt – (rechts im Bild) dienen.

Ich glaube: Am schlimmsten ist es, sich in allem Elend auch noch von Gott verlassen zu fühlen. Ich bete … und Gott schweigt …

Das kann anregen zum Nachdenken oder zum Gespräch über folgende
Fragen:
Wann und wo habe ich / Wann und wo haben wir das schon einmal erlebt?
Wie fühle ich mich, wenn ich daran denke?

In der Erwartung auf Ostern – das nicht ausfallen wird –
grüße ich mit einem herzlichen Shalom
Thomas
thomas.corsten.me@gmx.de