Mittwoch – Ansehen – Wahrnehmen

 

Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an!

In jenen Tagen gingen Petrus und Johannes … zum Gebet in den Tempel hinauf.
Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels,  ….Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen.
Petrus und Johannes blickten ihn an, und Petrus sagte: Sieh uns an!
Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.
Petrus aber sagte: … Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher! Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. …
aus der Tageslesung Apg 3

Wie oft gehen wir vertraute Wege und wir sehen nicht wirklich, was uns auf dem Weg begegnet.
Häuser, Autos, Pflanzen, selbst Menschen, die immer an der gleichen Stelle zu finden sind, nehmen wir manchmal gar nicht wirklich wahr.
Die Frau hinter der Kasse – nicht immer hat sie so viel Aufmerksamkeit bekommen 😊 – der Busfahrer, die Männer der Müllabfuhr ….sie sind einfach da.
Der Gelähmte ist jeden Tag einfach da, er gehört sozusagen zum Inventar.
Niemand nimmt ihn mehr wirklich wahr.
Aber nun blicken Petrus und Johannes ihn an, sie starren ihn an, heißt es wörtlich.
Sie sehen zum ersten Mal den Menschen, der Hilfe benötigt, der an dem sie nicht einfach vorbeigehen können, wenn sie zum Gebet gehen.
Sie starren ihn an und sie fordern seinen Blick: Sieh uns an! Hier geht es um eine Begegnung von face to face, nicht um den Euro, den man einem Bettler verschämt in den Hut tut.
Sieh uns an! Und dann geben sie, was sie geben können. Nicht das, was der Gelähmte erwartet, sondern mehr als das: Gesundheit – im Namen Jesus, des Nazaräers.

Ansehen, wer mir begegnet. Nicht in die Luft schauen und nicht aufs Handy schauen.
Wahrnehmen, wer da ist. Wahrnehmen, was der andere braucht.
Vielleicht nur den Blick. Vielleicht auch mehr- und dann geben, was ich habe.
Das ist es, was Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat.

Wir laden Euch ein, einander in den Blick zu nehmen.
Was brauchst Du – was kann ich Dir geben?
Oder:
Wer ist mir so vertraut, dass ich ihn nicht mehr wirklich wahrnehme? Wen möchte ich in den Blick nehmen? Wie fühle ich mich, wenn ich Dir dies schreibe?

Wir wünschen Euch einen aufmerksamen Blick füreinander und für andere
Shalom
Marianne und Paul
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