Montag – Osternachklang II

 

„Da ging er mit ihnen hinein, um bei ihnen zu bleiben!“
(Lukas 24,29) Die Emmausjünger

„Der Gang nach Emmaus“ dargestellt mit biblischen Figuren in der Kirche Mörsdorf

Eigentlich wären wir jetzt mit 12 Paaren und vielen, vielen Kindern bei der ME-Familienwoche in Rummenohl. Eigentlich….
Und dort hätten wir einen Abendgottesdienst gefeiert als „Emmaus-Stunde“, also mit dem Evangelium von den Emmausjüngern in der Mitte.
Im Emmausevangelium (Luk 24, 13-35) hatten wir uns dafür einen Satz besonders markiert. Als die beiden Jünger mit Jesus in Emmaus ankamen, bitten sie ihn: Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt….. ist das nicht wie ein Widerklang unserer gegenwärtigen Situation? Ein Wort das zur gegenwärtigen weltweiten Notlage passt: Herr, du kannst uns doch nicht allein lassen in dieser Krise, unser bisheriger Tag hat sich geneigt und es wird Abend in der Welt.

Und dann folgt jener Satz, der uns stark berührt hat:
Da ging er mit ihnen hinein um bei ihnen zu bleiben

Das ist ein Hammerwort! Kaum zu glauben! Und doch wahr!
In unser armseliges Herz, in unser oft so von Schwachheit und Sünde geprägtes Leben, in unsere manchmal schwierige Beziehung kehrt er ein – um bei uns zu bleiben: er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Was für eine Zusage! In dieser Zeit, wo wegen des Virus fast alles
abgesagt ist, selbst die Ostergottesdienste, da gilt dies als seine Zusage:

Da ging er mit ihnen hinein, um bei uns zu bleiben.
So geschehen auch bei unserer Trauung: da haben wir ihn durch den Ritus der Trauung gebeten, mit uns hinein zu gehen und bei uns zu bleiben. Herr, bleibe bei uns…… Und er ist zu uns eingekehrt, in unsere Beziehung, um bei uns zu sein! Wenn wir ihn einladen, tut er es.

Das ist ein Satz, den wir uns immer wieder sagen können, wie eine Litanei: Er ging mit uns hinein, um bei uns zu bleiben. Gerade jetzt!

Wir sind in diesen Tagen wie die Emmausjünger unterwegs, aufgewühlt von dem, was sich bei uns ereignet,
wir sind mit Fragen unterwegs, mit Zweifeln, wie die beiden Jünger… Wir brauchen einen, der mit uns geht, der uns die Augen öffnet, damit wir sehen und erkennen und begreifen und einordnen können…
Wir schlagen euch vor: Lest jetzt die entsprechende Stelle im Lukasevangelium 24, 13-35

Zusammen mit dem Eindruck dieses Textes laden wir euch zu einem Austausch ein:
Was bedeutet mir in diesen Tagen die Zusage, die sich aus dem Wort ergibt: Da ging er mit uns hinein um bei uns zu bleiben?
Wie fühle ich mich bei meiner Antwort?

Gebet
Bleibe bei uns, Herr
Bleibe bei uns, Herr,
denn es will Abend werden,
und der Tag hat sich geneigt.
Und geh mit uns hinein.

Bleibe bei uns
und bei deiner ganzen Kirche!
Und geh mit uns hinein.

Bleibe bei uns am Abend des Tages,
am Abend des Lebens,
am Abend der Welt!
Und geh mit uns hinein.

Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte,
mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen!
Und geh mit uns hinein.

Bleibe bei uns, wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung,
die Nacht des bitteren Todes!
Und geh mit uns hinein.

Bleibe bei uns
und bei allen deinen Gläubigen
Und geh mit uns hinein, um bei uns zu bleiben.
Der Satz: Da ging er mit ihnen hinein…, lässt sich auch in Taizéweise singend wiederholen (damit er immer tiefer eingeht):
Text:
Da ging er mit hinein, bei ihnen zu bleiben, um bei uns zu sein.
Da ging er mit hinein..
wählt dazu die Melodie des Taizéverses:
Im Dunkel unsrer Nacht / Dans nos obscurites… siehe https://www.youtube.com/watch?v=LswtRJrDLEk

In diesem Sinne ein österlicher Wunsch: DER HERR SEI MIT EUCH
Waltraud und Wilfried