Sonntag – Wie sehr habe ich mich danach gesehnt

 

 

Wie sehr habe ich mich danach gesehnt

Bild von Pfr. Norbert Missong, Kruft

Meine baldige Erstkommunion
Eine Frau schrieb an einen Kölner Weihbischof in diesen Corona-Tagen ein Mail. Darin sprach sie von ihrer Sehnsucht nach der Eucharistie, die sie seit Wochen nicht empfangen konnte. Und sie sprach auch von dem Tag, an dem dies wieder der Fall sein würde, und meinte: das ist für mich wie der Tag einer (neuen) Erstkommunion. Dem fiebere sie entgegen.
Und sie fragte den Weihbischof, wie er dies wohl sehe.
Dieser schrieb ihr zurück, sie könne diesen Tag durchaus so sehen und so gestalten. Und er bot ihr zur Vorbereitung und Gestaltung genau das an, was ein Kommunionkind vor und rund um diesen Festtag kennt:
– eine gute hl.Beichte, um dem kommenden Herrn das Haus zu bereiten
– eine Tauferneuerung: die Bekräftigung des Ja-Wortes: Ja, ich glaube dir…..(der ich dich nun wieder empfangen darf, du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes)
– die Festtagskleidung (und der Weihbischof schlug vor, dies müsse doch in Anlehnung an das Taufkleid durchaus ein festliches Weiß sein).
Und schließlich gehöre auch
– eine Feier irgendeiner Art zu diesem Tag dazu.

Dieser Gedanke hat uns beide sehr angerührt.
Wir möchten noch ergänzen, dass zu dieser Sehnsucht, die wir auch kennen, nicht nur die Sehnsucht nach dem Empfang des Leibes Christi in der Gestalt des Brotes gehört,
sondern auch die Sehnsucht nach dem Empfang des Leibes Christi in der Gestalt der Gemeinde, der Mitchristen, die alle zusammen ja den Leib Christi bilden, und zwar so intensiv, dass der hl.Augustinus sagen kann:
Empfangt, was ihr seid: der Leib Christi
und seid (werdet), was ihr empfangt: der Leib Christi

Von Jesus heißt es vor dem letzten Abendmahl, dass er zu seinen Jüngern sagte: Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Ostermahl mit euch zu halten (Lk 22, 15).

Das kommt auch noch ins Spiel: nicht nur wir können Sehnsucht danach haben, das Ostermahl mit Jesus zu feiern, indem wir seinen österlichen Leib empfangen,
auch er hat Sehnsucht nach der Kommunion (Gemeinschaft) mit uns.
Wie will ich darauf antworten?
Und: wie steht es um mein Verlangen, meine Sehnsucht? Gibt es sie, bin ich so richtig hungrig dabei? Wie sieht meine Vorfreude aus auf den Tag meiner „Erst-„Kommunion hin?

Ein altes Gebet/Lied, das wir noch als Kommunionkinder gesungen haben, könnte in seiner Schlichtheit und kindlichen Einfalt zu unserem Gebet werden (in einer neueren Textfassung):

Jesus, Jesus, komm zu mir,
Herr, ich sehne mich nach dir.
Du mein Glück und bester Freund
wann sind wir erneut vereint?

Meine Seele dich begehrt
und mein ganzes Herz dich ehrt
Darum rufe ich zu dir:
Jesus, Herr, komm du zu mir

Nichts ist hier in meiner Welt
das mich ganz zufriedenstellt.
Deine Liebe, Herr, allein,
kann mein Herz erst ganz erfreun.

Darum sehn ich mich nach dir,
Jesus, Herr, komm du zu mir.
Nimm mein Herz, kehr darin ein.
Lass mich durch dich glücklich sein.

Herzlich Schalom an alle, die mit uns „Kommunionkinder“ sind
Waltraud und Wilfried