Sonntag

 

„Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich auf ihn höre
wie ein Jünger“.
(Jes. 50,4)

Link zum Bild von Toni Zenz – Der Hörende (1957), Pax-Christi-Kirche, Essen

Dies ist eine moderne Plastik, die einen Menschen darstellt, der so aufs Hören aus ist, dass ihm seine beiden Ohren nicht genügen: darum hat er seine Hände wie Schalen hinter die Ohren gelegt. Die Form des Ohres kehrt wieder in der Form des Kopfes und auch in der Form, die von Kopf, Händen und Armen gebildet wird. Dieser Mensch ist ganz Ohr!

„Umbraust von den Stürmen der Zeit, wie musst du lauschen, die Stimme deines Herzens zu vernehmen“ (altes chinesisches Wort).

Weil die Stimme unseres Herzens eine leise Stimme ist, so leicht zu übertönen durch das, was unruhig und lärmend in uns ist, ist es gar nicht selbstverständlich, uns selbst zu hören.
In dieser Zeit der Abgeschiedenheit mag es sein, dass die Stille „überlaut“ wird und wir sie nicht ertragen.
Wir beide machen gerade die beglückende Erfahrung, dass die tägliche Zuwendung im Dialog uns bereit macht und uns befähigt, die Angst vor der Stille zu verlieren. Ich kann auf meine Herzensstimme hören, dir mitteilen, was sie mir sagt. Ich kann mich dir öffnen und dir die Chance geben, dich dir selber und mir gegenüber zu öffnen. So können wir auch ganz Ohr füreinander sein.

Anregungen zum Austausch:

  •  Wenn ich in der Stille in meinem Herzen hineinhorche, was beschäftigt mich in der Tiefe und wfim wenn ich es dir mitteile?
  • Wo habe ich dir in letzter Zeit mit dem Herzen zugehört? Was löste dies bei mir aus, was ich dir noch mitteilen möchte?

Liebe Grüße und ein herzliches Shalom aus dem „ausgangsgesperrten“ Ostbelgien
Trudi und Karl Lux