Foto: © Silke Bährens
Dieses Wochenende hören wir als Evangelium die Seligpreisungen. Ihr kennt sie sicherlich gut.
Sie haben etwas tröstliches und Hoffnung schenkendes. Auch wenn es mir aktuell nicht gut geht, kann ich mich Gott anvertrauen. Er hilft mir und schenkt mir Hoffnung. Ich darf glauben, dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt. Ich darf hoffen, dass ich auch aus aktuell schweren Situationen etwas Positives mitnehmen kann.
Schön ist auch die im Evangelium beschriebene Situation. „Angesichts einer großen Menschenmenge ist es eigentlich sehr unpraktisch, in der Ebene zu sprechen (Lk 6,17). Doch Jesu verschafft sich nicht Gehör dadurch, dass er erhöht auf Menschen herab redet, sondern geht mit ihnen auf Augenhöhe (V. 20). Er macht sich antastbar (V. 19) und strahlt dabei eine heilende Kraft aus (V. 19).“ (Katja Wißmiller MTh)
Besinnungsfrage: Wir laden Euch ein zur Besinnung zu folgenden Fragen:
- Was belastet Dich aktuell?
- In welchen Situationen habe ich Trost verspürt und durfte ein Licht am Ende des Tunnels sehen?
Macht stichpunktartig Notizen.
Ich, Silke, neige schnell dazu, mich ungeliebt zu fühlen. Ich bin traurig, wenn sich keiner bei mir meldet. Ich ergieße mich schnell in Selbstzweifeln und neige dazu, gar kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Genau an einem solchen Tag bekam ich vor kurzem einen Anruf einer langjährigen Bekannten, die sich sich nach längerer Zeit mal wieder bei mir meldete. Dieser Anruf tat soooo gut und wir verabredeten uns für ein Treffen. Ich spürte wieder den Liebesbeweis Gottes. Das Licht am Ende des Tunnels war wieder zu sehen. Ich war glücklich und ein Stück weit zuversichtlicher.
Mich, Rolf, belastet die Situation bei meiner Arbeit. Ich fühle mich nicht genug von meinem Arbeitgeber gewertschätzt und würde gern etwas ändern. Leider habe ich für mich noch nicht den richtigen Weg gefunden. Wenn ich dann auf meine Arbeit schaue, versuche ich die Dinge wahrzunehmen, die mir Spaß machen. So freue ich mich, wenn ich einem Kunden helfen kann und ich von ihm eine dankbare, positive Rückmeldung bekomme. Dann spüre ich, dass ich gute Arbeit leiste. Das bestärkt mich meinen Weg weiter zu gehen.
Ich erinnere mich auch noch gut an die Corona-Zeit (wer nicht?). Es gab viele Einschränkungen: Wir durften uns nicht in großen Gruppen treffen, der Kirchbesuch war untersagt oder sehr eingeschränkt, das Tragen einer Maske war beschwerlich und ständig schwebte über einem die Angst schwer erkranken zu können. Diese Situation war schwer auszuhalten. Am Anfang gab es keine Hoffnung auf ein Medikament oder eine vorbeugende Impfung. In dieser Situation haben wir unsere Gemeinde gewechselt, weil die leitenden Personen nicht einmal die Kirche zum stillen Gebet öffnen wollten. Wir fanden eine Gemeinde die tagsüber die Türen der Kirche öffnete für ein stilles Gebet und als es möglich wurde in kleinere Gruppen Gottesdienst zu feiern, wurde versucht viele Gottesdienste auch unter der Woche anzubieten, damit jeder die Chance bekam auch bei begrenzten Sitzkapazitäten ab und zu einem Gottesdienst beizuwohnen. Das gab uns wieder Hoffnung und Kraft weiter zu machen. Auch wich unsere Verzweiflung an der Institution Kirche. Und weil wir in dieser Gemeinde gut aufgenommen worden sind, sind wir jetzt immer noch da und engagieren uns nach unseren Möglichkeiten.
Wir laden Euch zum Dialog zu folgenden Fragen ein:
- Ich wähle ein Beispiel aus meiner Liste, wo ich Trost erfahren durfte und das Licht am Ende des Tunnels spüren durfte. Ich beschreibe die Situation kurz. Wie fühlte ich mich damals, als ich mitten im Tunnel steckte? Wie fühlte ich mich, als ich das Licht sah und ins Licht kam? WFIM, wenn ich dir das heute schreibe?
- Was gibt mir Trost und Hoffnung in schweren Zeiten? WFIM, wenn ich dir das heute schreibe?
Herzliche Grüße aus Berlin-Spandau Silke Bährens und Rolf Schudlich |