Foto: © Brigitte und Hans-Dieter
Alles wandelt sich ständig. Nichts kann so bleiben wie es ist. Das was uns nicht gefällt aber auch das was uns gefällt wird vergehen. Wir können nichts festhalten. Auf der großen Weltbühne wandelt sich gerade eine ganze Menge. Meinungen und Weltbilder prallen aufeinander. Manch eine oder einer spricht uns aus der Seele. Anderes können wir gar nicht nachvollziehen, weil jeder eben in seiner eigenen Welt lebt, die er sich gebastelt hat. Wir haben unser Leben nach unseren Werten eingerichtet und es verunsichert, wenn Menschen mit anderen Werten unseren Alltag in Frage stellen. Passend zum universellen Gesetz „Wie im Großen so im Kleinen“, häufen sich in der letzten Zeit auch in unserer kleinen Welt die Wandlungen. Krankheiten, Tod, Trennungen verändern liebgewonnene Zustände und zwingen uns, aus unserer Komfortzone herauszutreten und aktiv einen Wandel mitzugestalten. Es gilt für uns, andere Meinungen und Lebensmodelle zu akzeptieren und zu respektieren. Wer möchte sich schon freiwillig verändern, wenn kein Grund dazu besteht. Da scheint der Zeitgeist uns zu motivieren, neue Formen anzunehmen.
Dabei beobachten wir im Großen wie im Kleinen, dass kaum ein Mensch mehr willens oder in der Lage ist, Kompromisse einzugehen, sich andere Meinungen in Ruhe anzuhören, sie unbewertet stehen zu lassen und als das anzuerkennen, was sie sind: andere Meinungen. Andere Meinungen machen unter Umständen Angst. Wenn ich mich in meinem Leben von Menschen mit anderen Meinungen bedroht fühle, neige ich dazu, diese zu bekämpfen, auszublenden. Der andere muss doch verstehen, dass er im Unrecht ist. „Jeder hat einen Teil der Wahrheit erfasst, aber das ist nur ein Teil des Ganzen“, heißt es in der Geschichte von den blinden Weisen, die vor den Stadttoren einen Elefanten betasten um herauszufinden, was das ist. Jeder nimmt dabei etwas anderes wahr, der eine ein Ohr, ein anderer den Rüssel, wieder ein anderer ein Bein. In der Beschreibung dessen, was sie wahrgenommen haben, geraten sie in einen heftigen Streit und kämpfen dafür, dass ihre Wahrheit als die einzige anerkannt wird. So wird das nichts.
Wir wünschen uns, dass die großen und kleinen Entscheidungen in der Welt nach ME-Regeln und Empfehlungen getroffen werden. Erstmal alles auf den Tisch legen. Sich gegenseitig wertschätzen. Dem anderen die Möglichkeit geben, seine Empfindungen und Gefühle, seine Wünsche und Ängste auszusprechen, festzustellen, dass man unterschiedliche Bedürfnisse hat. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist neutral. Wenn dann alles auf dem Tisch liegt, dann kann man gemeinsam überlegen, wie man daraus eine Zukunft für alle baut.
Wir laden euch ein, euch im Dialog über den Wandel im Großen und im Kleinen Gedanken zu machen. Folgende Dialogfragen können dabei Klarheit bringen:
- Die Welt ist im Wandel. Was macht das mit mir? Wie gehe ich damit um?
Wfim, wenn ich darüber schreibe?
- Erlebe ich momentan einen Wandel in mir / meinem Umfeld?
Was möchte sich wandeln? Kann ich das zulassen? Wfim dabei?
- Wir gehen mit unserer Unterschiedlichkeit respektvoll und zukunftsorientiert um.
Kann ich das auch im „Großen“, wenn die Unterschiedlichkeit unüberwindbar erscheint? Wfim, wenn mir das bewusst wird?
In großer Hoffnung auf eine gute Zukunft für uns alle grüßen wir aus ganzem Herzen
Brigitte und Hans-Dieter |