Foto: © Konstanze und Wieland
Wir sind am Beginn der Fastenzeit. Sofort haben wir den Gedanken: ach ja, jetzt ist wieder das Thema Verzichten dran. Und da bricht bei uns auch nicht spontan Begeisterung oder Freude aus. Vielleicht lohnt es sich gerade deshalb mal inne zu halten und genauer hinzuschauen und nachzuspüren. Wir jedenfalls haben uns schon etwas Zeit genommen um dieser Haltung auf die Spur zu kommen.
Bereits in der antiken Kultur hat der Verzicht einen hohen Stellenwert. Er begegnet uns dort als “enkrateia“. Die Wettkämpfer hatten auf so manches zu verzichten, um am Ende den Siegespreis zu erringen. (wie auch Paulus in 1 Kor 9,24 schreibt). Hier erkennen wir bereits, dass Verzicht selbst nicht schon in sich einen Eigenwert hat. Der Verzicht bekommt seine Bedeutung dadurch, dass er auf ein Ziel ausgerichtet ist.
Welche Ziele kommen da in Betracht? Z.B.:
- ein gesunder Körper
- schonen der Umwelt
- nicht Sklave von Bedürfnissen und Ansprüchen zu sein
- innerlich frei werden, gestärktes Selbstvertrauen haben
- damit Leben gelingt, offen werden für Gott
- Platz schaffen, so wird freier Raum für Gott
- Achtsamkeit - Hüter meines Herzens! Was lasse ich rein?
Körper, Seele und Geist sind eine Einheit. Was tut mir gut? Ich habe die Freiheit, mich für meinen konkreten Weg durch die Fastenzeit zu entscheiden. Brauche ich eine Orientierung, einen Kurswechsel, eine Kurskorrektur, eine Umkehr? Was auch immer bei mir dran ist, wir haben die Zusage Jesu: „… damit ihr das Leben in Fülle habt!“, auch oder gerade durch Verzicht! Immer wieder haben wir die Erfahrung gemacht: „Weniger ist mehr!“
Besinnungsfrage: Welche Ziele sehe ich für mich in dieser Fastenzeit?
Konstanze:
- für meine Gesundheit sorgen: Verzicht auf zu viel Süßes
- einfaches Leben: bewusst leben; Dankbarkeit auch für die kleinen Dinge
- gestärktes Selbstvertrauen: „Gott macht keinen Mist!“. Ich bin gut so, wie ich bin!
Wieland:
- Platz schaffen: so wird Freiraum für Gott
Dialogfrage: Ich schreibe dir von meinem Ziel in dieser Fastenzeit! Wfim, wenn ich dir dies jetzt anvertraue?
Wieland: Mich hat der Gedanke mit dem „…Platz schaffen!“ angesprochen. Es bedeutet für mich hier, ganz bewusst und entschieden Zeit und Kraft zu reservieren. Ich möchte schauen, was ist mir in diesen Tagen wichtig. Vielleicht kann ich weniger Wichtiges nach hinten verschieben. Dann bin ich nicht zu 100% ausgeplant und es eröffnet sich der Freiraum, den ich mir wünsche.
Beim Schreiben bin ich jetzt recht zuversichtlich und schaue hoffnungsvoll darauf, wie mir das Umsetzten gelingen wird.
Konstanze: Ich habe bei der Besinnungsfrage drei Bereiche entdeckt, also mehrere verschiedene Ziele. Ich bin dankbar, dass es immer wieder diese besonderen Zeiten gibt. Jetzt die Fastenzeit bietet für mich die Gelegenheit mich zu besinnen: Wo stehe ich? Wo möchte ich hin? Ich schaue auf mich, auf uns, die größere Familie,…, die Umwelt. Und ich bin jetzt froh und dankbar, dass ich mit dir darüber austauschen kann!
So und nun geht die Einladung an Euch, zuerst auf die Besinnungsfrage zu schauen und dann in den Dialog einzusteigen!
Wir wünschen Euch ein passendes Ziel und einen guten Weg dahin durch die Fastenzeit!
Shalom Konstanze und Wieland |