Bild: © Paul Birsens, `Völker und Nationen` generiert by stablediffusionweb.com
Ein ähnliches Bild fand ich diese Woche in der Zeitschrift `FranziskanerMission`von 2020 mit dem Titel: „Was ist Wahrheit? Populismus weltweit“. Es sprach mich spontan so stark an, dass ich es sofort zu meinem Bildschirmschoner machte. Wir Menschen sind so verschieden und so einzigartig – im wahrsten Sinne des Wortes ein buntes Bild. Ich liebe es bunt und vielfältig. Mich freuen die fantasievollen Zeichnungen von so vielen unterschiedlichen Menschengesichtern. Wenn wir im Urlaub in anderen Ländern unterwegs sind, sitzen wir beide oft lange Zeit z.B. in einer Fußgängerzone und sehen den Menschen in ihrer Vielfalt einfach nur zu.
Beim Lesen der Artikel zum Thema Populismus machen sich Sorgen in mir breit. Die Entwicklungen die ausgrenzen, bevormunden oder stigmatisieren, stoßen mich regelrecht ab. Da empfinde ich Ekel und habe Mit·leid mit denen, die davon betroffen sind.
Und dann entdecke ich bei mir auch Tendenzen, die in diese Richtung gehen: da ist eine Teilnehmerin im Seminar, die von oben bis unten stark tätowiert ist. Ich merke, wie ich innerlich etwas auf Distanz gehe. Ich entscheide mich, ihr die gleiche Freundlichkeit und Offenheit entgegenzubringen, wie den übrigen Teilnehmenden. In den Gesprächen stellt sich heraus, dass sie sehr beliebt ist und innovative gute Arbeit leistet. Ich schäme ich für meinen ersten Impuls Abstand zu halten.
In der Flut von Nachrichten, Berichten, Statements und politischen Reden sind wir aktuell stark herausgefordert uns zu orientieren und zu positionieren, um Klarheit für den eigenen Weg zu finden. Was davon ist wahr und was davon gelogen? Das so bunte und vielfältige Bild wird durch Unwahrheiten grauer. Oder vielleicht schwarz-weiß, wenn wir uns gegeneinander abschotten und nationalistische Tendenzen Mehrheiten finden? Ich bin verunsichert, denke an die junge und jüngere Generation: Welche Zukunft steht ihnen bevor? Das besorgt mich und lähmt mich auch – was kann ich denn daran tun? Im Kleinen schon, aber im Großen?
Wenn ich auf das Thema Populismus und die aktuelle Weltsituation schaue, dann ist für mich wichtig, dass ich mit Paul darüber sprechen kann. Viele Ängste treiben mich um und vor allem sehe ich mein Weltbild und meine Werte infrage gestellt. Je nach Situation fühlt sich das wie ein persönlicher Angriff an – warum bin ich so anders als alle anderen? Warum gilt nicht mehr das, was jahrzehntelang meine Überzeugung war, sowohl persönlich wie auch in meiner Arbeit. Das macht mich ratlos, hilflos, manchmal traurig. Es verunsichert mich. Und diese Unsicherheit würde gerne mit einfachen Antworten beruhigt.
Mir (Marianne) hilft es sehr, im Gespräch und anschließend im Dialog darüber auszutauschen, was ich wahrnehme und wie ich es beurteile. Da hilft mir dann auch, meine Gefühle in den Blick zu nehmen und mit Paul davon mitzuteilen. Vieles wird mir dann deutlicher: habe ich Angst oder bin ich ärgerlich? Und es stärkt unsere Gemeinsamkeit und mich persönlich – was ist meine Haltung und meine Überzeugung?
Der Apostel Paulus ist weltoffen und schrieb: „[…] es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn wir sind alle eins in Jesus Christus.“ (Gal 3, 28)
Auswahl an Fragen zum Dialog und Austausch:
- Was empfinde ich, wenn ich mir die aktuellen Tendenzen von Populismus und Ausgrenzung bewusst mache?
- Welche Unterschiedlichkeiten begegnen mir in unserer Beziehung, welche stören mich und welche erlebe ich als Bereicherung? Wie fühle ich mich, wenn ich Dir das anvertraue?
- Wie kann ich mich dem Fremden gegenüber öffnen? Was ist daran meine größte Herausforderung? Was ist mein stärkstes Gefühl dabei?
Wir grüßen euch mit einem herzlichen Shalom. Marianne & Paul |