Foto: © Silke Bährens
„Er [Gott] aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt“ (Ex 3,12a)
In der alttestamentlichen Lesung hören wir am Wochenende die Lesung von Mose und dem brennenden Dornbusch. Mose sieht ein merkwürdiges Naturschauspiel, eine Feuerflamme mitten im Dornbusch. Es ist fasziniert von dem Anblick und nähert sich dem Dornbusch. Als Mose immer näher kommt, spricht Gott zu ihm und ruft ihm beim Namen. Gott sieht die Not des Volkes Israel. Er beauftragt Mose sein Volk aus der Not herauszuführen. Nach einigem Zögern lässt Mose sich auf den Ruf Gottes ein. Er vertraut ihm. Er erfährt die Zusage, dass Gott es gut mit ihm und seinem Volk meint. Gott sagt ihm zu, dass er mit ihm ist.
Wo erleben wir in unserer Ehe und Beziehungen solch eine Zusage und so viel Wohlwollen? Bei unserer Hochzeit gaben wir uns die Zusage „...in guten wie in schlechten Tage, bis dass der Tod uns scheide…“
Ich, Silke, war als ich Rolf kennenlernte sehr fasziniert von ihm. Am meisten hat mich seine Ruhe, Geduld, sein freundlicher Blick und seine große Liebe begeistert. Ich konnte es kaum glauben, dass er so liebevoll und geduldig mit mir umging. Er hat alle meine „Duschen“ ausgehalten. Es hat lange gedauert, bis ich ihm komplett vertrauen konnte. Und immer wieder drückte Rolf mit seiner Sprache und seinem Verhalten die Zusage, „Ich bin mit Dir!“ aus. So lernte ich mich bei ihm fallen zu lassen und mich seiner Führung anzuvertrauen. Im Laufe der Jahrzehnte unserer Beziehung ist unser Vertrauen stark gewachsen. Dies macht mich heute frei und schafft Freiräume für neue Wege, Idee, Freundschaften,…
Ich, Rolf, erlebe immer wieder, dass Silke mir vieles zutraut. Sie vertraut mir und steht hinter mir, wenn ich eine Aufgabe übernommen habe. So bin ich für Reparaturen im Haushalt und für die Wartung des Autos zuständig. Oder sie traut mir zu den Host für die ME-Online-Monatstreffen zu übernehmen. Doch sie traut mir dann nicht nur etwas zu, sondern steht mir auch bei, wenn etwas schief geht. Sie ist dann bei mir. Ich fühle mich dann sicher, gestärkt und zuversichtlich. Und brauche nicht fürchten, dass sie mir „in den Rücken fällt.“
Mir fällt dazu noch ein Beispiel ein, wo „Gott“ in einem Anspiel bei einem Jugendgottesdienst den einzelnen Teilnehmern zusagt: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ (aus Joh 15,16a). Es hat mich damals sehr berührt, was es heißt, dass Gott mich erwählt hat. Jede/r ist von Gott gerufen und berufen, seine Fähigkeiten einzubringen. Kein Mensch ist unwichtig, sondern jede/r wird gebraucht. Übrigens, ich durfte damals den „Gott“ sprechen. Es hat mich sehr bewegt allen Gottesdienstteilnehmern diese Zusage machen zu dürfen.
Besinnungsfrage: Macht Euch kurze Notizen zu folgenden Fragen:
- Wo habe ich in meinem Leben so eine Zusage: „Ich bin mit Dir!“ meines Partners/ Partnerin oder einer mir wichtigen Person voller Wohlwollen erlebt?
- Wo habe ich jemand anderen diese Zusage gegeben?
Zum Dialog laden wir Euch zu folgenden Fragen ein:
- Wähle ein Beispiel aus dieser Liste. Welchen Einfluss hatte dieses Wohlwollen auf Dich? Wie hast Du Dich damals gefühlt? Wie fühlst Du Dich, wenn Du das heute schreibst?
- In welcher Situation hast Du Deinem/r Partner/in bzw. einem anderen Menschen die Zusage gegeben: „Ich bin mit Dir?“ Wie hast Du Dich in der Situation gefühlt? Wie fühlst Du Dich heute, wenn Du dieses schreibst?
Herzliche Grüße aus Berlin-Spandau Silke Bährens und Rolf Schudlich |