Es ist wieder soweit – es ist Fastenzeit.
Wir haben mal darauf geschaut, was uns diese Zeit bedeutet.
Fastenzeit als Chance zur Neuorientierung
Ich, Uwe, freue mich auf die Fastenzeit. Diese limitierte Zeit von 40 Tagen bietet mir Gelegenheit, meinen Konsum und mein Verhalten zu überdenken. Sie lädt mich ein, mich bewusst neu auszurichten. Ich muss nicht alles konsumieren, kommentieren, kontrollieren. Ich darf auswählen. Ich darf weglassen. Ich darf leer werden.
Besinnung und Ausrichtung auf Gott
Mit der Fastenzeit verbinde ich, Marie-Theres, eine besonders geprägte Zeit, in der ich mehr zur Ruhe und Besinnung komme und mein Leben wieder mehr auf Gott ausrichten möchte. Die Fastenzeit ist die Vorbereitungszeit auf das Leiden und Sterben und die Auferstehung Jesu, die mich daran erinnert, dass mein Leben endlich ist, mir aber auch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod schenkt. Die bewusste Reduzierung und Schlichtheit in den Gottesdiensten in dieser Zeit – kein Gloria, kein Halleluja – erlebe ich dabei als hilfreich und entschleunigend und freue mich dann umso mehr, in das Gloria und Halleluja in der Osternacht einzustimmen.
„Mehr-Zeit“ für Achtsamkeit und Beziehung
Wir verstehen die Fastenzeit als eine „Mehr-Zeit“. Eine Zeit, mehr auf Gottes Botschaft zu hören, aber auch mehr auf uns selber zu achten. Wenn wir so mehr im Einklang mit uns selber sind, können wir auch wieder bewusster aufeinander im Paar und auf unser Umfeld und die Menschen um uns herum achtgeben, ja achtsam werden.
Für uns beide sind die Impulse aus dem Fastenkalender von „Andere Zeiten“ und andere spirituelle Texte hilfreich. Sie tragen uns durch diese Zeit.
Die Fastenzeit ist für uns eine Einladung zur Ehrlichkeit: Was brauche ich wirklich? Was lenkt mich nur ab? Wovon will ich frei werden?
Entscheidend ist für uns nicht das „Weniger“, sondern das „Wofür“. Wofür schaffe ich Raum? Z.B. für mehr Stille. Mehr Mitgefühl. Mehr Vertrauen. Etc.
In der Fastenzeit möchten wir wieder mehr auf das Wesentliche schauen und uns darin üben, was trägt, wenn was fehlt.
Nun möchten wir euch zum Dialog einladen zu folgenden Fragen:
- Was bedeutet mir die Fastenzeit? Wfim, wenn mir dies bewusst wird?
- Worauf möchte ich in dieser Fastenzeit bewusst verzichten, um Raum für etwas Wichtigeres zu schaffen – und was wäre dieses „Wichtigere“? Wfim, wenn ich dir dies schreibe?
- Was trägt mich wirklich, wenn äußere Sicherheiten, Ablenkungen oder Gewohnheiten wegfallen – und wie spüre ich das konkret in meinem Alltag? Wfim, wenn mir dies bewusst wird?
Wir wünschen euch eine beziehungs-reiche und gesegnete und Fastenzeit.
Shalom,
Marie-Theres und Uwe
© Bild: Friedbert Simon
In: Pfarrbriefservice.de

