Heute ist Palmsonntag. Im Evangelium (Mt 21,1-11) hören wir vom Einzug Jesu in Jerusalem. Dabei spielt jemand eine besondere Rolle: Eine Eselin.
Wir haben mal das Geschehen aus ihrer Sicht betrachtet:
Der Einzug in Jerusalem: Aus einer ungewöhnlichen Perspektive
Ich bin kein besonderes Tier. Kein stolzes Pferd, das im Krieg eingesetzt wird. Kein starkes Zugtier, das bewundert wird. Ich bin eine Eselin. Ich trage Lasten. Jeden Tag. Säcke, Menschen, Dinge, die andere loswerden wollen. Manches drückt schwer auf meinen Rücken. Manches würde ich am liebsten einfach abschütteln.
Und doch – an diesem Tag war alles anders. Man holte mich. Warum gerade mich?
Nicht irgendein Mensch brauchte mich. Jesus Christus setzte sich auf meinen Rücken.
Kein König auf einem hohen Ross. Kein Prunk, kein Lärm, keine Waffen. Ich, die Eselin – ein Zeichen des Friedens. Nicht Macht, sondern Sanftmut. Nicht Stärke, sondern Vertrauen.
Die Menschen jubelten. Viele legten Kleider auf den Weg. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Und ich trug ihn. Nicht wie sonst eine Last. Nicht wie eine Bürde. Sondern wie etwas, das mich erfüllt hat. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Diese Last macht mich leicht.
Alltagslast und Kraft aus Beziehungen
Ich, Marie-Theres, kann mich gut in der Eselin wiederfinden, die täglich ihre Last trägt. Oft erlebe ich den Alltag, die Verpflichtungen, zu viele Termine, bei denen ich selber nicht mehr zur Ruhe komme und unsere Paarbeziehung zu kurz kommt, als Last, die ich gerne loswerden würde. Ich bin dann bedrückt und unzufrieden. Manchmal bin ich aber auch überrascht, wenn ein vollgefüllter Tag zu Ende geht, dass ich ihn gar nicht als belastend empfunden habe, sondern er mir sogar Kraft und Energie geben hat. Das erlebe ich meistens, wenn ich gut mit mir und Uwe und auch mit Gott im Kontakt bin.
Ich, Uwe, erfahre manches Geschehen als große Belastung. Vor allem, wenn ich die Nachrichten höre oder sehe. Da erlebe ich große Hilflosigkeit, ja sogar Angst um eine lebenswerte Welt. Aber wende ich meinen Blick auf das viele Gute, dass ich täglich sehe und erfahre und dass ich nicht alles alleine tragen muss, dann werde ich dankbar und demütig.
Nun laden wir euch ein zum Dialog zu folgenden Fragen:
- Welche Lasten trage ich im Moment ungern und würde sie am liebsten loswerden? Wfim, wenn mir dies bewusst wird?
- Welche Lasten trage ich gerne, weil sie für mich Sinn, Liebe oder Beziehung ausdrücken? Wfim, wenn ich dir das schreibe?
Wir wünschen euch mit dem Palmsonntag einen guten Start in die Karwoche und ein gutes Zugehen auf Ostern.
Shalom,
Marie-Theres und Uwe
Bild von JackieLou Pixabay

