Das ist das Motto des 104. Deutschen Katholikentages, der vom 13. -17. Mai 2026 in Würzburg stattfindet.
Wir sind als ME-Gemeinschaft 3 Tage lang mit einem Stand auf der Kirchenmeile präsent. Ein 32-köpfiges Team steht Rede und Antwort und gibt Zeugnis von der Liebe als Paar und der Liebe Gottes zu uns Menschen.
Mich, Paul, spricht in dieser Erzählung der Heilung des Blinden bei Jericho an, dass es die Jünger sind, die ihn ermutigen zu Jesus zu gehen: Hab Mut, steh auf, er ruft Dich! So erleb(t)e ich öfters, dass es Menschen in meinem Umfeld sind, die mich ermutigen, meinen Mut zusammenzunehmen. Für mich bedeutet das, mich zu trauen und Schritte zu gehen. Es tut mir gut zu erfahren, dass mir Dinge zugetraut werden. Ich springe dann regelrecht über meinen Schatten, auf die Sonnenseite zu.
In unserer Ehe gibt es die Ermutigungen im Alltag: den Mut aufzubringen z.B. ein unangenehmes Telefonat anzugehen, oder meine Schwiegermutter im Pflegeheim zu besuchen. Dies fällt mir meist nicht sehr schwer, doch es gibt Tage, da brauche ich ein Wort der Ermutigung, diesen Besuch zu machen. Ich erlebte in der Vergangenheit auch schwierigere Situationen, in denen Marianne mir ermutigend die Hand reicht, damit ich es wage über einen für mich scheinbar unüberwindbaren Graben zu springen. Da fallen mir die Entscheidung zum Erziehungsurlaub und der Stundenreduzierung zwecks Kindererziehung, oder das Wagnis beruflich in die Selbstständigkeit zu wechseln, als markante Punkte ein. Ich spürte in diesen Situationen, dass mir das Vertrauen in mich selbst fehlt und das ist bei mir verbunden mit passivem Verhalten. Ich drücke mich gerne um unangenehme Dinge herum und brauche dann den Impuls von außen um selbst zu handeln. „Da warf er seinen Mantel weg und lief auf Jesus zu.“
Mich, Marianne, spricht ein anderer Aspekt dieser Bibelstelle an. Die Erzählung ermutigt mich, mir meiner eigenen Schwächen und Begrenzungen bewusst zu sein. Und sie ermutigt mich, um Hilfe zu bitten. Das finde ich im Alltag oft schwer. Ich lasse mir gerne helfen, mache gerne vieles gemeinsam mit Paul oder anderen. Aber um Hilfe zu bitten, wenn ich ein Problem selbst nicht lösen kann oder nicht mehr weiterweiß – das fällt mir oft schwer. Mir fällt es schwer, dann mein Versagen oder mein Defizit, „öffentlich“ zu machen, indem ich es ausspreche und sage: Hilf mir bitte.
Aber genau das löst den Knoten und hilft mir weiter. Das schätze ich an dieser Bibelstelle.
Und das schätze ich in unserer Beziehung: dass ich Paul immer wieder um Hilfe bitten darf. Manchmal ist das schwer und ich bin froh, es in einem Liebesbrief zu formulieren. Manchmal geht es auch im Gespräch und ich bitte um Hilfe bei konkreten Aufgaben oder um einen Rat. Aber Mut brauche ich jedes Mal dazu – ich kann nicht nur aus eigener Kraft leben.
Und manche Bitte richtet sich auch nicht an Paul, sondern an Jesus Christus, der um meine Begrenztheiten und Sehnsüchte weiß.
Und so nehmen nun 16 Paare in der kommenden Woche ihren Mut zusammen und machen sich auf den Weg nach Würzburg, um zu erzählen, was ihnen wichtig ist in ihrer Beziehung und in ihrem Glauben.
Wir laden euch ein, über diese Bibelstelle miteinander auszutauschen:
Was spricht mich daran besonders an: die Ermutigung oder der Mut, den Bartimäus braucht?
An welche Situation der Ermutigung/des Mutes erinnere ich mich? Wie fühle ich mich, wenn ich Dir das erzähle.
Herzlich Shalom
Marianne und Paul

