Wer kennt das nicht? Da plant man seine nächsten Schritte und dann passiert etwas, das diese Planung total außer Kraft setzt. Jetzt ist die Frage: „Wie geht es weiter?“, „Was soll ich jetzt tun?“ Manche dieser geplatzten Vorhaben sind ganz gut zu händeln. Dann fährt man eben nicht zum Einkaufen, sondern kümmert sich um die Nachbarin, die unsere Hilfe braucht. Andere Vorhaben, die vielleicht lange im Voraus geplant waren oder die einer umfangreichen Vorbereitung bedurften, und dann mit einem Paukenschlag zunichte gemacht werden, treffen uns dann schon tiefer.
Manchmal gibt es auch Schicksalsschläge, die ein Weitergehen im Augenblick unmöglich machen und wo man sich erst einmal darum kümmern muss, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.
Dann gibt es noch die Situationen, in denen man symbolisch an einer Weggabelung steht und sich entscheiden muss, in welche Richtung man abbiegen will. Ganz gleich, für welche Richtung man sich entscheidet, in den meisten Fällen weiß man nicht, was einem auf diesem Weg begegnet, wo er überhaupt hinführt, ob es unterwegs gefährlich werden kann, ob man an seinem Ziel ankommt, wenn man es überhaupt wirklich kennt.
„Der Weg wächst unter den Füßen!“, heißt es so schön und jeder weiß, dass Umwege die Ortskenntnis erweitern. Und genauso ist es auch. „Nur wenn ich losgehe, zeigt sich der Weg!“ ist eine andere Formulierung für das gleiche Phänomen. Ich weiß nicht, wo der Weg mich hinführt, aber ich gehe einfach mal voller Vertrauen los. In einer meiner (Brigitte) Ausbildungen gab mir meine Meisterin damals folgenden Rat: „Stell dir vor, du hast eine Laterne in der Hand und diese Laterne scheint bis zur nächsten Ecke. Dann gehe bis dorthin. Wenn du dort angekommen bist, dann gehe weiter bis dahin, wohin das Licht leuchtet. Wenn du das immer so weiter machst, dann bist du irgendwann am Ziel angekommen!“
Diese Vorstellung hat Hans-Dieter und mir in unserem Leben schon oft geholfen. Wenn wir nicht mehr wussten, wie es weitergehen sollte, dann sind wir einfach bis zur nächsten Ecke gegangen und haben geschaut, was danach kommt. So haben wir viele Ziele erreichen können.
Vielleicht gibt es auch in deinem / eurem Leben gerade eine Situation, in der du nur die Dunkelheit sehen kannst / ihr nur die Dunkelheit sehen könnt. Dann nehmt eine Laterne zur Hand und geht so weit, wie euch das Licht leuchtet. Und wenn ihr da angekommen seid, dann werdet ihr die nächsten Schritte sehen können.
Wir laden euch ein, über folgende Dialogfrage in den Austausch zu kommen:
Gab oder gibt es in meinem Leben eine Situation, in der ich nicht mehr wusste oder weiß, wie ich weitergehen soll? Was hat mir geholfen oder könnte mir helfen, einen ersten mutigen Schritt ins Ungewisse zu gehen?
Wfim, wenn ich darüber scheibe?
Mit einem lieben lichtvollen Gruß
Brigitte und Hans-Dieter
Bild: © Brigitte

