„Wie auch immer sich der Heilige Geist bei jedem Einzelnen von euch zeigt, seine Gaben sollen der ganzen Gemeinde nützen. Dem einen schenkt er im rechten Augenblick das richtige Wort. Ein anderer kann durch denselben Geist die Gedanken Gottes erkennen und weitersagen. Wieder anderen schenkt Gott durch seinen Geist unerschütterliche Glaubenskraft oder unterschiedliche Gaben, um Kranke zu heilen. Manchen ist es gegeben, Wunder zu wirken. Einige sprechen in Gottes Auftrag prophetisch; andere sind fähig zu unterscheiden, was vom Geist Gottes kommt und was nicht. Einige reden in unbekannten Sprachen, und manche schließlich können das Gesagte für die Gemeinde übersetzen.
Dies alles bewirkt ein und derselbe Geist. Und so empfängt jeder die Gabe, die der Geist ihm zugedacht hat“. (1Korinther 12, 7-11)
So beschreibt Paulus wie sich der Heilige Geist in jedem Einzelnen zeigt. Das ist unterschiedlich – aber jeder hat die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, keiner hat nichts und niemand hat alles.
Uns beiden hilft es zwischendurch immer wieder, uns zu vergewissern, was unsere Gabe ist und wie wir unsere Gabe einsetzen können.
Gerade bei dem Projekt „ME auf dem Katholikentag“ haben wir uns noch einmal gefragt: „Was ist denn unser Talent – unsere Gabe?“ Wir sind nicht das Paar, das gut auf andere zugehen kann und sie anspricht – das kostet uns viel Überwindung. Aber wir können organisieren, begeistern, begleiten, zusammenführen.
Ich, Marianne, kann gut zuhören. Wenn ich mich entscheide, bewusst zuzuhören, dann fällt es mir leicht, zu erkennen, was der andere mir sagen will, was er braucht und ich kann auch hilfreiche Fragen stellen. Ich kann trösten und da-sein. Und im Laufe der Jahre habe ich gelernt, immer mehr von meinem Glauben und meiner Überzeugung zu sprechen ohne die Angst zu haben, mich lächerlich zu machen.
Das zuhören mit dem Herzen, das ist mir in der Beziehung zu Paul, in unserer Familie wichtig. Von meinem Glauben zu sprechen, andere ins Gespräch darüber zu bringen, das ist eine Fähigkeit, die ich in der Gemeinschaft von ME und in der Kirche einbringe.
Wenn ich mir bewusst mache, welche Gaben mir geschenkt worden sind, dann lebt in mir viel Dankbarkeit. Besonders dankbar bin ich dafür, immer mehr diese Gaben nutzen zu können – mich zu trauen, sie einzusetzen.
An diesem Pfingstfest schaue ich zutiefst dankbar auf die Gaben des Heiligen Geistes, die mir geschenkt wurden. Und staunend schaue ich darauf, was Gottes Geist uns als Paar schenkt und uns so mit einer couple-power ausstattet, die wir als Einzelne nicht hätten.
Ich, Paul ergänze mich gut in meiner Gründlichkeit mit Mariannes Spontanität – auch das sind Geistesgaben, die wir gebrauchen und weitergeben dürfen. Mir ist nicht immer bewusst, dass meine Fähigkeiten/ Talente, Gaben des Heiligen Geistes sind. Ich kann es aber daran erkennen, wie sehr sie mir selbst und anderen zum Leben helfen. Es gibt Situationen, in denen ich den Eindruck habe, das ist jetzt aber rund, das ist gut und passend. Dann empfinde ich Freude und Bestätigung, spüre etwas von der Kraft, die davon ausgeht. Eine Kraft, die mich beschwingt, begeistert und stärkt.
Wir laden Euch zum Dialog und Austausch ein:
Welche Gabe des Geistes entdecke ich bei mir?
Welche Gabe gibt uns Kraft wir als Paar?
Wie fühle ich mich, wenn mir das bewusst wird?
Wir wünschen Euch geistreiche und gesegnete Pfingsttage – herzlich Shalom
Marianne und Paul
Foto: © Marianne & Paul

