„Glück ist eine stille Stunde, Glück ist auch ein gutes Buch, Glück ist Spaß in froher Runde, Glück in ein freundlicher Besuch.“ (Clemens Brentano)
Und was ist für Dich Glück? Womit möchtest Du die Liste weiterführen?
Ich, Silke, neige zu oft und schnell dazu, immer auf das Negative in meinem Leben zu schauen. Ich kann mich so richtig in negativen Erlebnissen suhlen. Als gebürtige Berlinerin habe ich das „Meckertanten-Gen“. Ich kann mich aber auch an vielen scheinbar kleinen Dingen freuen.
Kleine Momente des Glücks
Glück ist für mich, mit Rolf gemeinsam Fahrrad zu fahren, im Sommer abends auf dem Balkon unser Abendeis zu essen, mit Rolf herumzualbern, einfach zu wissen, dass Rolf für mich da ist, jemandem mit einer Kerze oder einem guten Wort eine Freude zu bereiten, der Anblick eines Regenbogens,…
Was ist Glück eigentlich?
Glück ist für mich, Rolf, schwer fassbar. Es ist ein Wort, dass ich nur sehr selten benutze. Wissenschaftler sagen, dass der Botenstoff Dopamin freigesetzt wird und eine euphorische Wirkung erzeugt, wenn etwas geschieht, das wir besser als erwartet finden. Das sollen wir als Glück empfinden. Ich kann mich z. B. schon an Prüfungen erinnern, die besser benotet wurden als ich es erwartet hatte. Darüber habe ich mich gefreut, manchmal sogar sehr. Aber ist das Glück? Ich kann mich an Momente erinnern, wo ich mich köstlich amüsiert habe. Ist das Glück? Nach der oben gegebenen Definition, wahrscheinlich ja. Insofern erlebe ich auch Glück.
Kurze Besinnungsfrage:
Schreibe stichwortartig Glücksmomente der letzten Tage oder Wochen auf.
Glücksmoment
Am vorletzten Februarwochenende sind wir zusammen Fahrrad gefahren. Bis einen Tag vorher hatten wir noch starken Frost. An dem Samstag gingen die Temperaturen um ca. 15 Grad hoch. Für mich, Silke, war es ein großer Moment der Glückseligkeit, nach mehreren Wochen voller gefrorener Wege, endlich mich schnee- und angstfrei zu bewegen. Ich habe die Wärme von + 7 Grad genossen. Ich brauchte endlich nicht mehr die dicke Winterjacke. Beim Radfahren fühlte ich mich sicher (keine Gefahren durch Glätte) und frei. Außerdem habe ich es genossen, den Weg zusammen mit Rolf zurückzulegen. Auf diesen Moment hatte ich sehnsüchtig lange gewartet. Irgendwie macht Fahrradfahren bei Plusgraden deutlich mehr Spaß als bei -7 Grad. Außerdem habe ich den Anblick der fast schneefreien Wege, Straßen, Wiesen,… genossen. Endlich war der Winter vorbei!
Am letzten Februarwochenende waren wir mit Freunden zusammen unterwegs. Am Abend spielten wir ein Spiel – Skyjo, falls Ihr es kennt. Und immer wieder geschah es, dass ich die „richtigen“ Karten zog oder aufdeckte. Teilweise waren die Ereignisse schon sehr unwahrscheinlich. Aber ich hatte „Glück“. Und so gewann ich viele Spiele hintereinander. So manches Mal musste ich sogar sehr staunen, was ich wieder für ein „glückliches Händchen“ bei der Wahl der verdeckten Karten hatte. Ungläubig ließ ich „es“ geschehen. Es war schon ein „irres“ Gefühl, so oft hintereinander zu gewinnen. Ich war sehr heiter und empfand es als sehr lustig. Meine Mitspieler taten mir schon fast leid. Da mir aber der Gewinn nicht missgönnt wurde, konnte ich mich mit den anderen über den kuriosen Spielverlauf freuen.
Frage zum Austausch:
Wähle aus Deiner Liste ein Beispiel. Beschreibe die Situation kurz. Was hat in der Situation Dein Glücksgefühl ausgelöst? Beschreibe Deine Gefühle.
Herzliche Grüße aus Berlin-Spandau
Silke Bährens und Rolf Schudlich
Bild: © Rolf Schudlich

