Standortbestimmung

„Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden.“ – Mark Twain

Viele von Euch waren vermutlich in den letzten Wochen verreist oder der Urlaub steht an, da Ihr nicht an die Schulferien gebunden seid. Mehr als die Hälfte des Jahres 2026 ist vorbei. Bald gibt es die ersten Weihnachtskekse in den Geschäften zu kaufen. Und dann ist auch schon Weihnachten.

Wir laden Euch nach der Sommerpause der Wochenendimpulse daher zu einer kleinen Standortbestimmung ein. Welche schönen Erlebnisse hattest Du in den letzten Wochen und Monaten? Was gab es für schmerzhafte Momente? Was hat mich geprägt? Was erwartet Dich in den nächsten Wochen und Monaten? Mach Dir ein paar Notizen.

Mich, Silke, hat dieses Jahr besonders mein neuer Kollege geprägt, der im März in unser Team kam. Ich durfte ihn über viele Monate einarbeiten und wir haben sehr viel Zeit im Büro miteinander verbracht. Wir haben schnell festgestellt, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Wir hatten sehr viel Spaß miteinander. Gleichzeitig haben wir viel miteinander sehr intensiv gerungen, da wir unterschiedliche Vorstellungen von der Einarbeitung hatten. Und ich durfte viel von ihm und der Kultur seines Herkunftslandes lernen. In dem halben Jahr entstand zwischen uns eine tiefe Freundschaft. Wir waren u.a. beim CSD in Berlin zusammen, haben dort gefeiert und ein paar Tage später entzündeten wir Kerzen zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf den CSD im Tiergarten. Ich fühle mich reich beschenkt und bin glücklich und dankbar.

Ein Höhepunkt mit Rolf zusammen war unser Urlaub in Belgien. Es war unser erster Urlaub in dem Land. Besonders beeindruckt hat mich die sehr gute Fahrradinfrastruktur und das entspannte Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. In Antwerpen war ich überwältigt vom Anblick so vieler orthodoxer Juden und wie sie ganz selbstverständlich in der Stadt ihren Glauben gelebt haben. Wir hatten schöne entspannte Tage zusammen.

Sorgen bereiten mir die anstehenden Wahlen u.a. in Berlin. Ich habe sehr große Angst vor möglichen Veränderungen, wenn die AFD die stärkste politische Kraft werden sollte.

Mich, Rolf, haben Treffen im Urlaub mit einigen Freunden nachdenklich gestimmt. Bisher hatte ich das Thema Rente in weite Ferne gerückt, da ich noch ein paar Jahre vor mir habe. Doch die Freunde, so ungefähr in meinem Alter, berichteten unanhängig voneinander, dass sie jetzt Rente beantragen würden. Ich fiel aus allen Wolken. Muss ich mich jetzt auch mit diesem Thema beschäftigen? Bin ich wirklich schon so alt? Was muss ich alles wissen, womit ich mich noch nicht beschäftigt habe? Derartige Begegnungen verändern die Sichtweise auf sich selbst nachhaltig. Inzwischen habe ich schon viel Zeit investiert, um das Thema „Rente“ für mich zu klären. So langsam entwickele ich meine Strategie, wie ich damit umgehen möchte. Und so langsam weicht meine Verunsicherung und Beunruhigung der Zuversicht, meinen Weg zu finden. Und die Erkenntnis, dass es sich lohnt mit Freunden im Gespräch zu bleiben, wurde wieder einmal bestätigt.

Auch ich habe den Urlaub mit Silke sehr genossen. Wir hatten schöne Begegnungen mit Famile, Freunden und auch anderen Menschen unterwegs. Es ist immer wieder bereichernd sich von den anderen erzählen zu lassen, was sie bewegt oder was sie Schönes erlebt haben. So hatten wir kurz vor unserem Urlaub durch Gottes Fügung(?) einen Belgier in unserer Heimatgemeinde getroffen, der uns ein paar Empfehlungen für unseren Brüggebesuch gab. So haben wir zu zweit schöne, neue Dinge kennengelernt. Und wir konnten den Urlaub auch gemeinsam genießen.

Wir laden Euch zum Austausch zu folgenden Fragen ein:

  • Beschreibe ein Erlebnis, dass Dich dieses Jahr besonders geprägt hat. WFIM, wenn ich daran zurückdenke und WFIM, wenn ich Dir das schreibe?
  • Schaue auf die bevorstehenden Wochen und Monate diesen Jahres. Was bewegt Dich? Beschreibe dies und Deine Gefühle.

Herzliche Grüße aus Berlin-Spandau
Silke Bährens und Rolf Schudlich

Foto: © Silke

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