Das hält Leib und Seele zusammen – das sagen wir oft von einem guten Essen in Gemeinschaft. Leib und Seele – das gehört zusammen, das ist untrennbar. Denn nur so nehmen wir die Welt wahr: über unsere Sinnesorgane.
Wie sind wir in der Welt? Mit unserem Körper.
Ich, Paul, bin geprägt worden von Vorstellungen, die Geist, Seele, Körper voneinander trennen. Heute erfahre ich es als wohltuend, dass sich der Blick darauf geändert hat und ich mich als Einheit von Geist, Seele und Körper wahrnehmen kann. Mit dem Leib beten bedeutet für mich an erster Stelle, meinen Körper wahrzunehmen: wie bin ich da, wo zwickt es, oder tut vielleicht weh? Denn das bin ich in diesem Moment. An Besinnungstagen oder in Exerzitien, angeleitet am frühen Morgen, gelingt mir das am besten. Anschließend kommt der Schritt, mich so wie ich mich wahrnehme, auch anzunehmen – das bin ich, jetzt! Im dritten Schritt stelle ich mich so vor Gott: so hast Du mich geschaffen, so bin ich, so schaust Du auf mich, so begleitest Du mich durch diesen Tag. Mir hilft es, durch den Kontakt mit mir, durch meinen Körper in Verbindung zu Gott zu kommen.
Marianne:
Wichtig ist uns als Paar die körperliche Nähe: die Zuwendung am Morgen im Bett, über Tag die eine oder andere Umarmung und Berührung, der Kuss beim Weggehen oder Heimkommen, das abendliche Einschlafen Hand in Hand. Da erlebe ich Geborgenheit, Nähe und Trost. Dann kann ich ruhig und gelassen in die Nacht gehen.
Und diese Körperlichkeit ist auch Voraussetzung für unseren Kontakt mit Gott, mit dem, was unsere Wahrnehmung und Vorstellung übertrifft. Wenn ich innehalte und dem, was ich gerade erlebe, Raum und Zeit gebe, dann erlebe ich ein Stück vom Himmel: in der Wärme der Sonne, in der Stille der Meditation, im Blick in die Weite, oder auch beim singen, beim tanzen, da wo ich ganz bei mir bin.
Diese Erfahrungen werden uns als Paar im Laufe der Jahre immer wichtiger: uns selbst in der Welt wahrzunehmen und zu spüren, das wir ein Teil dieser Welt sind. Uns als Paar immer wieder wahrzunehmen nicht nur als Team, nicht nur im Austausch von Gedanken und Gefühlen, sondern auch in unserer Körperlichkeit, unserer Nähe und ganz besonders auch in unserer intimen Nähe. Und wenn wir gemeinsam beten, manchmal Hand in Hand, dann vergewissern wir uns, dass wir so, wie wir sind, uns Gott anvertrauen dürfen, mit aller Schwäche, mit aller Freude.
Wir laden Euch zum Dialog ein:
BF: Wie und wann nehme ich meinen Körper wahr als Tor zur Welt?
Welche Bedeutung hat für mich die Körperlichkeit in unserer Beziehung ?
DF: Ich erinnere mich an einen Moment, in dem Leib und Seele, eins waren: einen Moment der Präsenz oder einen Moment der Nähe mit Dir. Wie habe ich das erlebt – was bedeutet mir das? Wfim, wenn ich das anvertraue?
Wir wünschen Euch ein sonniges Wochenende – Shalom
Marianne und Paul
Foto: © Annemarie Barthel in pfarrbriefservice.de

