„Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich des Himmels kommen.“
Dieses Zitat aus Matthäus 18 hatte ich sofort im Kopf, als ich eine Gymnastikübung nach dem Mondkalender machen wollte. Mit den Mond-Rhythmen beschäftige ich (Brigitte) mich schon seit vielen Jahren, aber die Mondgymnastik war mir neu. Die einzelnen Übungen richten sich nach den Tierkreiszeichen und die Übung, die ich an diesem Morgen machen wollte, dient der Kräftigung der Wadenmuskeln. „Erinnern Sie sich daran, was Sie als Kind schon gerne gemacht haben, und was Ihnen wahrscheinlich abtrainiert worden ist: Setzen Sie sich auf einen Tisch und schaukeln Sie mit den Beinen.“ Oh Mann – eine Gymnastik, die Spaß macht, das kann ja nicht sein. Kinder wissen oft noch, was gesund ist und gut tut, solange man es ihnen nicht abgewöhnt hat. Mit großer Freude habe ich diese Übung durchgeführt und dabei viel Spaß gehabt. Während ich so vor mich hin- und herpendelte, gingen meine Gedanken spazieren.
Was haben wir nicht alles auf die Beine gestellt, damit unsere Kinder Freude daran haben. Und wenn wir ehrlich sind, wir haben es auch für uns selbst getan. Da ist zum Beispiel unser Freigehege mit den Kaninchen und Meerschweinchen, das wir für unsere Kinder damals in unseren Garten gebaut haben. Klar, die Kinder hatten viel Freude und Spaß mit den Kuscheltieren. Aber nicht weniger Freude hatte Hans-Dieter, der dadurch seine Kindheitserinnerungen an sein eigenes Kaninchen, das er als Kind hatte, wieder wachgerufen hat. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, hat er sich oft erst einmal vor dieses Freigehege gesetzt und dem bunten Treiben zugeschaut.
In unseren aktuellen Garten haben wir eine Pirateninsel integriert. Ein Spielhaus und diverse Utensilien vom Strand sowie ein Steuerrad mit Segel haben wir aufgestellt, damit unsere Enkelkinder dort spielen können. Sie spielen auch dort, aber ich glaube, dass wir beide den größeren Spaß haben, wenn wir ihnen dabei zusehen. Hans-Dieter hatte früher bei seinem Opa auch einen kleinen Mini-Wald in dessen Garten, in dem er nach Herzenslust herumspielen konnte und irgendwie erinnert ihn unsere Pirateninsel an dieses schöne Kindergefühl.
Als Kind wünschte ich (Brigitte) mir so sehr ein Klavier zu haben und zu lernen darauf zu spielen. Leider wurde mir dieser Wunsch nie erfüllt. Meine Eltern hatten weder das Geld noch den Platz für so ein großes Instrument. Später dann waren andere Dinge wichtig und das Klavier ist in Vergessenheit geraten. Letztes Jahr habe ich mir dann spontan ein E-Piano gekauft, mich daran gesetzt und einfach losgespielt. Wahrscheinlich werde ich in diesem Leben niemals ein komplettes Lied zweihändig flüssig spielen können, aber die Freude, die ich empfinde, wenn ich meine Augen schließe und mich in die Töne fallen lasse, ist unbezahlbar.
Wir laden Euch zu einem der folgenden Dialoge ein:
- Gibt es etwas, das ich als Kind gerne gemacht habe, das mir aber abtrainiert, ausgeredet, verboten wurde? Wfim, wenn ich daran denke und dir davon schreibe?
- Kann ich mir vorstellen, etwas davon wieder in mein Leben zu holen und zu aktivieren?
Wfim bei dem Gedanken, dass das möglich ist und was möchte ich dir davon mitteilen?
Mit verspielten Grüßen
Brigitte und Hans-Dieter
Foto: © Brigitte und Hans-Dieter

