Vom Miteinander-Schlafen und vom Miteinander-Reden

Irgendwo stand mal folgende Geschichte geschrieben: Weckt eine Frau ihren Mann in der Nacht und lädt ihn ein zu einer körperlichen Begegnung – wird er wahrscheinlich dazu bereit sein. Weckt sie ihn, um über ein anstehendes Thema zu sprechen, wird er wahrscheinlich sagen: Ich bin jetzt zu müde dazu. Weckt ein Mann seine Frau, um mit ihr zu schlafen, wird sie wohl sagen, sie sei jetzt zu müde dazu. Weckt er sie, um mit ihr endlich über eine anstehende Frage zu reden, wird sie wohl dazu bereit sein. Diese kleine Geschichte riecht natürlich nach Klischee, ganz so glatt geht sie wohl nirgendwo auf, aber ein ganz klein bißchen Wahrheit steckt doch darin (oder nicht?)! Jedenfalls haben wir immer dann, wenn wir sie Ehepaaren erzählt haben, Schmunzeln und Kopfnicken gesehen.

Trotz aller Gleichheitsbestrebungen gibt es doch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: so heißt es, dass Frauen ihren Wunsch nach Nähe zu ihrem Mann schon durch ein gutes Gespräch stillen können. Und es ist eine Binsenweisheit, welchen Nähewunsch Männer nach ihrem Naturell haben……..die leibliche Begegnung mit ihrer Frau. (Das schließt nicht aus, dass es auch umgekehrt sein könnte, aber auch dann ist das folgende wahr:).

Es gibt also zwei unterschiedliche „Sprachen der Nähe“, und wenn wir von der Sprache des anderen wissen, können wir uns leichter darauf einlassen, ihm jene Nähe zu schenken, die er sucht, und für uns sogar zu erbitten, dass er/sie mir Nähe in meiner Sprache schenkt. Es gibt nun eine beobachtbare Wechselwirkung zwischen „Gespräch“ und „Miteinanderschlafen“: wo ein Mann dem Wunsch seiner Frau nach Gespräch gut nachkommt (sich ihr also auf diese Weise öffnet) wird sie sich seinem Nähewunsch gern öffnen (selbst wenn das für sie nicht das Wichtigste sein sollte) und wo ein Mann erlebt, dass seine Frau seinem Wunsch nach Nähe entspricht, sich ihm dort öffnet, da kann er sich ihr öffnen in ihrem Verlangen nach einem guten Gespräch, dass auch tiefer führen kann. Das eine hilft mit, das andere aufzuschließen.

Wichtig ist jedenfalls die Botschaft, dass der Wunsch nach Nähe unterschiedlich sein kann Davon zu wissen, kann helfen, in diesem sensiblen Bereich besser damit umzugehen und einander zu geben, was der andere braucht. Verschlossene Partner schließen nichts auf – beim Anderen. Gerade die Sexualität ist der Bereich, in dem wir am meisten aneinander vorbei leben oder auch einander verletzen können.

Bei unserem Kurs ZEIT FÜR DIE LIEBE erfahren Sie mehr über die Bedeutung von guter Kommunikation (auch in diesem Bereich) und einer guten Gestaltung ehelicher Sexualität.