Vom Miteinander-Schlafen und vom Miteinander-Reden

Weckt eine Frau ihren Mann in der Nacht und lädt ihn ein zu einer körperlichen Begegnung – wird er wahrscheinlich dazu bereit sein. Weckt sie ihn, um über ein anstehendes Thema zu sprechen, wird er wahrscheinlich sagen: Ich bin jetzt zu müde dazu.

Weckt ein Mann seine Frau, um mit ihr zu schlafen, wird sie wohl sagen, sie sei jetzt zu müde dazu. Weckt er sie, um mit ihr endlich über eine anstehende Frage zu reden, wird sie wohl dazu bereit sein.

Diese kleine Geschichte riecht natürlich nach Klischee, aber ein ganz klein bißchen Wahrheit steckt doch darin:
viele Frauen (die meisten?) erfüllen ihren Wunsch nach Nähe durch ein „gut-im-Gespräch-sein“ mit ihrem Mann. Die leibliche Begegnung ist da weniger wichtig.
Viele Männer (alle?) erfahren Nähe am liebsten durch die körperliche Begegnung mit ihrer Frau. Reden – ist nicht jedem Mann von der Wiege an mitgegeben.

Also: Zwei unterschiedliche Wünsche und Erwartungen, die sich aber gegenseitig stillen lassen. Wenn ein Mann seinen Mund öffnet, um im Gespräch zu sein mit seiner Frau, kann sich seine Frau ihm öffnen, in der leiblichen Begegnung.
Öffnet eine Frau sich für den Nähewunsch ihres Mannes, dann kann sich das positiv auf seine Bereitschaft zum Reden auswirken.

Jemand machte daraus einmal eine Formel, indem er den Mund im Kopf und den „Muttermund“ (Schoß) der Frau in Verbindung brachte:
ist der Mund des Mannes offen zum Gespräch, kann das den Muttermund (Schoß) der Frau zur leiblichen Begegnung öffnen;
ist der Muttermund der Frau offen für ihren Mann, kann das den Mund des Mannes zum Gespräch öffnen.

Auch hier steckt ein wenig Klischee drin, aber auch ein Körnchen Wahrheit.
Wichtig ist jedenfalls die Botschaft, dass der Wunsch nach Nähe unterschiedlich sein kann je nach Geschlecht. Davon zu wissen, kann helfen, in diesem sensiblen Bereich besser damit umzugehen und einander zu geben, was der andere braucht. Verschlossene Partner schließen nichts auf – beim Anderen. Gerade die Sexualität ist der Bereich, in dem wir am meisten aneinander vorbei leben oder auch einander verletzen können.

Bei unserem Kurs ZEIT FÜR DIE LIEBE erfahren Sie mehr über die Bedeutung von guter Kommunikation (auch in diesem Bereich) und einer guten Gestaltung ehelicher Sexualität.